Kino in Bad Windsheim

TEMPI PASSATI - It's all over now

Die "Kinobewahrer"                                   

Kino in der Kleinstadt - vor Jahrzehnten kein Problem, da hat eine 12.000-Einwohner-Gemeinde locker drei Kinos ernährt. Kino war der Ort schlechthin, der einen Blick über den Tellerrand ermöglicht hat. Kino als "Auge zur Welt". Denken Sie nur an die Wochenschau, die damals im Vorprogramm lief: "Blick in die Welt".

Und heute: Medienpräsenz auf allen Kanälen und auf jedermanns Smartphone. Medienkonsum in kurzen Häppchen, Konsum im Multitasking-Modus. Die Filmindustrie passt sich an und dreht an der Actionschraube, Die großen Blockbuster werden immer greller und sensationsgeiler, Betäubung statt Intensität. Ist so, wird niemand aufhalten.

Und doch gibt es noch die andere Sicht auf Film und Kino, auf eine kulturelle Tradition, die wir zumindest in den letzten 20 Jahren bewahren konnten. Gegen den Sog der großen Multiplexkinos konnten wir als Kleinstadt-Provinz-Kino ohnehin nicht "anstinken", also konzentrierten wir uns auf das, was uns am Herzen liegt: Kino als Ort einer ungeheuer breiten kulturellen Erfahrungsvielfalt: von unterhaltend bis schwer, von locker-lustig-skurril bis böse-scharf-grenzwertig. Hauptsache, Kopf und Hirn und Geist erhalten anregende Nahrung!

Nun aber ist es genug, wir verabschieden uns in unseren (Un-)Ruhestand. Leider kann das Kino nicht an Nachfolger übergeben werden. Die Hauseigentümer planen eine neue Nutzung des Gebäudes. Annähernd 90 Jahre Windsheimer Kinogeschichte gehen damit zu Ende.

Wir sind dann mal weg und bedanken uns herzlich dafür, dass Sie eine Leidenschaft mit uns geteilt haben!

 

Jedoch:

Die Reihe "Sommerkino" lebt weiter. Diese August-Filmreihe kann im Kooperation mit dem Fränkischen Freilandmuseum im Alten Bauhof am Holzmarkt 14 fortgeführt werden.

Zum Sommerkino-Programm

 

Central Lichtspiele Bad Windsheim

Waltrraud kopelent
Besime Yildirim
Josef Kopelent


 

Sonntag, 8.7.2018

Unsere letzte Vorstellung

 

Die letzte Vorstellung am 8. Juli hat mit dem österreichischen Dokumentarfilm "Welcome to Sodom" von Christian Krönes und Florian Weigensamer einen Blick auf die Situation im afrikanischen Ghana gelenkt, wo auf einer gigantischen Müllhalde tausende Menschen davon leben, Elektroschrott aus Europa zu zerlegen, um Metalle und sonstige Rohstoffe aus unseren alten Computern, Handys oder Kühlschränken zu gewinnen. Unbeschreibliche Lebensumstände inmitten giftiger Dämpfe, die beim Abbrennen der Plastikteile entstehen, zeichnen ein apokalyptisches Bild und lassen eine der Ursachen für die massenhafte Migration nach Europa erahnen.

 

Wenn Sie den Film in irgendeinem Kino Ihres Vertrauens entdecken: unbedingt anschauen, er wird Ihnen lange im Kopf bleiben.

Welcome to Sodom

 

Die Zuschauer unserer Abschiedsvorstellung am 8.7.2018 sind der Bitte nach einer Spende für die hiesige Flüchtlingsbetreuung mit hoher Anteilnahme nachgekommen und haben über 600 Euro gesammelt. Wir runden die Spenden auf 700 Euro auf und reichen das Geld an lokale Betreuungsgruppen der evangelischen und katholischen Kirche weiter.

 

Nach übereinstimmenden Aussagen der Spender sollen konfessionsübergreifend die Bemühungen um Sprachkurse und Alltagsintegration der hier lebenden Flüchtlinge unterstützt werden.

Herzlichen Dank für Ihre Spende!

 


Der nächste

Kino-Flohmarkt

So, 15.7.2018, ab 13.00 Uhr

Plakate, Dekoartikel, alte Projektoren und allerlei Kleinkram aus 20 Kinojahren